Archiv für den Monat November 2013

Grüessli us dä neblige Schwiez

Martinas Gedanken an die erlebnisreiche Indienreise im Jahr 2011 und 2012

Irgend welche Gedanken gehen tagtäglich nach Indien, sei es an die Kinder, Wanderarbeiter, die in den Hütten hinter dem Vynalia wohnen, an Pater Arul und seine Familie, an Sister Lisy mit ihren Strassenkinder und ihre Schule, die im Bau ist, und und und..

Immer wieder, wenn ich meine Fotos in meinem Wohnzimmer betrachte, bin ich in Gedanken in Indien.

Besonders intensiv denke ich jetzt an Indien, wo wieder eine Gruppe ihre Abenteuer erlebt mit den hammermässig amüsanten Rikschas, die während der Fahrt viel Staub aufwirbeln, den neuen speziellen Essensgewohnheiten, den verschiedenen herzlichen Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen, dem öffentlichen Bus fahren, die immer oder meist nach unserem betrachten komplett überfüllt sind, aber doch jeder noch sein Plätzchen findet.

Immer wieder denke ich an die drei Mädchen, die Sister Lisy ein Tag vor unserem Besuch letztes Jahr aus dem Slum geholt hat. Am Tag bei unserem Besuch waren die Mädchen in bunten Röckchen gekleidet, die Haare waren zu schönen Zöpfen zusammengeflochten. Während der ausgiebigen Körperpflege am Vortag lernten die Mädchen Singen in Englisch. Diese Lieder sangen sie uns vor und wirkten sehr zufrieden, fröhlich und dankbar, dass sie jetzt Unterschlupf gefunden haben bei Sister Lisy. Wenn ich die Fotos von den Mädchen betrachte, frage ich mich ich, was ist aus ihnen geworden???
Geht es ihnen gut??? Welche Wege können die Mädchen dank Sister Lisys Hilfe einschlagen? Was werden die Girls alles erleben und erlernen? Werden sie studieren gehen oder sehr jung eine Familie gründen. Oder können sie gar ins Ausland verreisen oder auswandern.. ????

Auch immer wieder schwirren täglich Gedanken an Pater Arul und seine Familie. Diese Familie durften wir letztes Jahr besuchen und wurden sehr herzlich aufgenommen und empfangen. Für mich war es bewundernswert, wie die Familie ihr Leben meistert und alle Hürden, können sie noch so schwierig sein und unüberbrückbar scheinen, diese Familie kämpft und geht ihren Weg tapfer vorwärts. So schlug doch das Schicksal doch kurz vor Weihnachten mit voller Wucht zu, die Schwägerin musste um ihr Kind und ihr Leben bangen und kämpfen. Was mich heute sehr freut, dass es der Familie den Umständen entsprechend gut geht. Es wurde mir dabei wieder mal sehr bewusst, wie wir unser Gesundheitssystem schätzen sollten. trotz immer höheren Krankenkassenprämien.

Was mir vom Besuch besonders in Erinnerung blieb ist der Erdnüsslischmauss in der Runde Da sah und ass ich zum ersten Mal frische Erdnüsse, sie erinnerten mich so an rohe mehlige Bohnen, aber irgendwie schmeckten sie mir noch. Bei uns kauft man sie schon geröstet.

Ebenfalls sehe ich vor mir noch die bunten, fruchtbaren Felder, mit Bananeplantagen, Sonnenblumen und vielem mehr.

Ganz in der Nähe befinden sich die Wasserfälle, diese hatten im vergangenen Jahr sehr wenig Wasser, nur so Rinnsale. Da der Monsun sehr schlecht ausgefallen sei. Da dachte ich öfters, haben die
Bauern noch Wasser, können sie ihre Felder bewirtschaften, so dass sie eine ausreichende Ernte einbringen können.. oder herscht jetzt Hungersnot und verzweifelnde Mütter, die ihre Kinder nicht ernähren können und zusehen müssen wie sie Hunger haben.

Heute während dem Schreiben frage ich mich schon, ist der Monsun besser ausgefallen??? Ich hoffe und wünsche es mir so für die Bevölkerung.

Das Frauenhaus hinterliess bei mir auch bleibende Bilder. Besonders die junge Frau in meinem Alter, die kurz vor unserem Besuch ihr Kind gebar im November 2011. Ihr Ehemann liess sie schwanger mit ihrem erstgeborenen Kind stehen auf einem Bahnhof und machte sich aus dem Staub und war unauffindbar. Die werdende Mutter fand dann Zuflucht im Frauenhaus bei Beena Sebastian. Dort wurde sie wieder aufgepeppelt. Auf meiner zweiten Reise erzählte dann Beena eindrücklich, wie es weiter ging mit dieser Frau, dies hat mich sehr nachdenklich gestimmt.

Sehr in Erinnerung blieben mir die kargen, schlichten Schlafräume, in denen viele Kaihütten- Betten standen.. da gehen mir auch so einige Gedanken durch den Kopf..

Auch immer wieder denke ich an die Zufriedenheit, die die Inder besonders die Kinder ausstrahlen, wenn sie das nötigste wie Essen und ein Dach über dem Kopf haben und die Schule besuchen dürfen. Spielzeug ist nicht viel vorhanden, die Kinder lassen ihre Kreativität walten. Die sind nicht so überflutet und wollen immer noch mehr haben wie teilweise unsere Kinder hier in der Schweiz. Mich hat es erstaunt, wie die Kinder schlafen, nur auf einer Matte, wenn überhaupt auf dem Boden. Da bin ich wieder dankbar für mein schönes Bett.

Sehr schön in Erinnerung sind mir die fröhlich lachenden Kinder in ihren einheitlichen Schuluniformen, denen ich öfters begegnet bin. Am Tag vor unserer Abreise durften wir die Schule neben dem Vynalia besuchen. Eindrücklich zu sehen, wie diszipliniert die Kinder unterrichtet werden und das neue erlernte nur so aufsaugen. Bei jeder Schulklasse wurden wird herzlich begrüsst mit einem Lied. Die Klassenräume habe ich sehr klein in Erinnerung und nahezu 70 Kinder sassen da sehr dicht in den Bänken. Bei uns unvorstellbar.

Die verschiedenen Kirchenbesuche waren sehr spannend und eindrücklich. Vor allem, wie die teils Riesengebäude gebaut wurden in welcher Pracht und Farben. Überall wurden wir herzlich Willkommen geheissen und wurde viel erzählt über die verschiedenen Glaubensrichtungen.

So schliesse ich meinen Gedankenbrief und lasse alle herzlich grüssen. Martina

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