Freudig erwartet

Ihr Lieben alle,

Einige wissen es schon: nach einem frohen Abschiedsabend und der liebevollen Begleitung bis zum Bus am andern Morgen hatte ich einen guten Flug mit Emirates ueber Dubai nach Bangalore, wo ich wieder freudig erwartet wurde. Nach 3 Tagen habe ich einigermassen ausgeschlafen und mich vom Jetlag erholt. Es sind 4 1/2 Stunden Zeitverschiebung. Auch das Essen, no problem! An die vorbeistampfenden Zuege habe ich mich auch schon wieder gewoehnt. Dann schweigt man halt, bis sie vorueber sind und fuehrt das Gespraech nachher weiter.
Vinayalaya war noch nie so schoen

Jetzt wohne ich vorerst wieder im Provinzialhaus der Missionnare des hl. Franz von Sales, MSFS. Es gab viele herzliche und ueberaschende Wiedersehen. Oder besser: es war, als ob ich nie weg gewesen waere. Die MSFS erlebe ich als sehr ausgepraegte Persoenlichkeiten, meistens hoch studiert und welterfahren. Was Gandhi sagte, gilt auch fuer sie: My life is my Mission. Sie sind eine Maennergemeinschaft mit ungefaehr 1200 Mann, davon 95% Inder, die auf allen Kontinenten arbeiten, insgesamt in ueber 40 Laendern.  LInk: MSFS South West India, Vinayalaya, Bangalore

Hier in Vinayalaya kommen Heimkehrer hin oder jene, die auf die Papiere zum Ausreisen warten. Einige machen ein Zweitstudium, andere sind aus gesundheitlichen Gruenden hier, weil sie hier besser versorgt werden koennen als in der indischen Pampa. Bangalore ist eine Stadt der Spitaeler und einer medizinischen Versorgung, die mit jeder westlichen Stadt mithalten kann. Auch die Reisegruppen aus der Schweiz und Deutschland wohnen jeweils am Anfang und Ende ihrer Reise hier.

Ich wurde jetzt schon 100x gefragt, wann kommen sie denn? Wieviele? Waren die auch schon da, oder sind es neue? Die Vorfreude auf die Gruppe ist jetzt schon deutlich spuerbar.

Ich staune immer wieder, welche Wertschaetzung und wieviel Vertrauen mir entgegen gebracht wird. Es sind ja auch indische Maenner, die im Westen oft als Machos gelten. Im Moment bin ich uebrigens Ladenhueterin. Wir waren alle zu einer Abendveranstaltung eingeladen, aber ich hatte keinen Bock und liess mich auch nicht ueberzeugen. So bin ich jetzt alleine im grossen Haus und huete den Laden…

Ich denke, der Grund, warum ich mich hier so zuhause fuehle, ist die gemeinsame Salesianische Spiritualitaet, die in Indien weit verbreitet, im entchristlichten Europa fast vergessen ist. Salesianische Spiritualitaet ist ein Weg der Einfacheit, gepaart mit viel Lebensfreude und Einsatzbegeisterung. Salesianisch leben heisst aus einer tiefen Gottesbeziehung leben und einer grossen Naehe zum Mitmenschen in der Mystik des Alltags.

Auch ausserhalb bin ich schon einigen treuen Altbekannten begegnet. Mit Prya und ihrer Mutter (siehe fruehere Blogeintragungen) habe ich gestern Kaffee getrunken. Heute war ich im Stoffladen, um einiges fuer die kommende Gruppe zu bestellen. Da der Durchgang vom Ladentisch mit Kundschaft versperrt war, huepfte der Stoffverkaeufer schwupp einfach darueber.

Bald werde ich nach Assam fliegen, etwa 3000km nordoestlich.. Bin mal gespannt.

Mit herzlichsten Gruessen, Eure Schwester Myriam

 „Be the change that you wish to see in the world.“ Gandhi

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