Archiv für den Monat Dezember 2016

Pflanze einen Weihnachtsbaum, oder: Die Botschaft der schwarzen Knospen

Wenn du ein reiches sinnvolles Leben fuehren willst,
dann lebe nicht fuer dich selbst, sondern fuer andere.
Gandhi

Liebe Leute,

mein Aufenthalt in Indien neigt sich dem Ende zu. Leicht faellt es mir nicht Abschied zu nehmen von so vielen ans Herz gewachsenen Menschen. In den letzten Tagen waren verschiedene Treffen der MSFS im Haus, so dass ich auch da noch viele altbekannte und auch neue Gesichter (wieder)gesehen habe. Manchmal koennen auch in kurzen Gespraechen ganz wesentliche Gedanken ausgesprochen und Steinchen ins Wasser geworfen werden, die weite Kreise ziehen koennen… Die frohen Tischrunden, das schallende Lachen, die angeregten Diskussionen und besonders das gemeinsame Beten werden mir fehlen.

Einer der MSFS, der in England studiert, hat mich explizit nach der Fluechtlingssituation in Deutschland gefragt. Man wuerde immer nur das Negative hoeren. Ich war so gluecklich, dass ich von unserer Gemeinschaft und dem Dorf sagen konnte: Wir haben bisher ein gutes Dutzend Fluechtlinge aus verschiedenen Laendern betreut, Frauen, Kinder, Maenner. Das ist etwas mehr als der allgemeine Durchschnitt. Sie sind in der Fluechtlingsgruppe, die aus Gemeinschaftmitgliedern als auch Dorfleuten besteht, sehr gut und mit viel Arbeit betreut, das stimmt, viele sind traumatisiert, aber bisher sind wir sehr zufrieden. Sie sind sehr fleissig, besuchen die Integrationskurse und fuehlen sich wohl. Im Dorf hat niemand Angst oder fuehlt sich bedroht. Sie sind angekommen. Selbstverstaendlich werden sie auch bei der gemeinschaftlichen Weihnachtsfeier dabei sein. Die Leute an der Krippe waren auch nicht christlich und die Hirten galten als hergelaufenes Gesindel.

Ich bin sehr froh, dass ich noch 14 Tage hier ausruhen, aufarbeiten, verdauen und nicht zuletzt auch wieder die beiden Reisen fuer 2017 ausarbeiten konnte.
Auch unsere Reisegruppe ist wieder zuhause. Sie haben viel Freude gebracht und auch viel empfangen. Einmal mehr habe ich erfahren, wie wichtig es ist, dass solche Gruppen von Mensch zu Mensch Hoffnung, Freude und Ermutigung bringen koennen. ‘Endlich besucht uns mal jemand. ‘ ‘Wenn Leute so weit her kommen und sich fuer uns interessieren, dann muss es doch wichtig sein, was wir am Ende der Welt oder am Rande der Gesellschaft tun”. So hat auch das Roshiniprojekt angefangen, das seither unzaehlige Leben zum Guten veraendert hat.

Die Nachhaltigkeit dieser Reise sollte nicht zu Ende sein mit der Landung in Zuerich.
Tatsaechlich ist es so, dass jedes Jahr Reisende aus frueheren Gruppen uns in Gedanken mitbegleiten.
Auch Beena Sebastian braucht Ermutigung. Einerseits ist sie unendlich dankbar fuer die grossen Spenden, die sie in letzter Zeit bekommen hat. Andererseits hat sie gerade in diesen Tagen, wo wir dort waren, erfahren, dass der Besitzer des Maedchenhauses aus Amerika zurueck kommt und das Gebaeude wieder fuer sich braucht. Wohin so schnell mit 38 Maedchen zwischen 12 und 18 Jahren, alle missbraucht, traumatisiert und einige davon schwanger? Alle warten auf Prozesse, in denen sie aussagen sollten. Sie brauchen ein Haus, in dem sie geschuetzt sind.

Gibt es jemanden in meinem Bekanntenkreis, der sich mit Plattformen auskennt, die fuer soziale Pojekte fundraising betreiben und mir helfen koennte? Vielleicht ein ruestiger Rentner/Rentnerin?

Auch das Frauenhaus ist uebervoll. Die Polizei hat gleich eine Gruppe Maedchen, die Opfer von Menschenhandel geworden waren, dorthin gebracht. Beena und ihre MitarbeiterInnen haben jahrelang die Polizei ausgebildet, wie sie mit diesen Frauen und Maedchen umzugehen haben. Das traegt jetzt Fruechte, aber es braucht auch Platz, und staatliche Hilfe waere willkommen.

Unsere Gruppe hat einmal mehr erfahren, wie wichtig es ist in Indien eine Gruppe zu sein. Sie kamen am Montag an. Wir wechselten das Geld, sowohl fuer die Gruppe als auch privat. Komisch, normalerweise gab es von der Bank auch kleine Noten, hunderter und darunter, die besonders fuer die Busse, die Rikshaws und kleinere Einkaeufe gebraucht werden. Diesmal gab es nur 500er und 1000er. Nun gut, kann man irgendwo auch zu Kleingeld machen. 1000 Rupien sind ungefaehr 14 Euros. Am Dienstag Abend spaet kam eine Meldung, die am Anfang niemand richtig verstand oder auch nicht ganz ernst nahm. Ab sofort waeren genau diese Noten nicht mehr gueltig. Sie muessten auf den Banken umgetauscht werden. Vorerst waren die Banken 2 Tage zu und dann standen Schlangen davor. Stundenlang musste gewartet werden. Indien ist ein Milliardenvolk. Es gab landesweit auch Menschen, die deshalb an Hitze und Erschoepfung starben. Touris, die jetzt alleine unterwegs waren, hatten es nicht besonders gut! Gott sei Dank reisen wir von ‘Mensch zu Mensch’, von einem ganzen Freundeskreis umgeben, so dass sich letztlich kein Schaden fuer uns ergab und wir unbehelligt reisen konnten.

Die ganze Aktion hatte zum Zweck, dass das viele Schwarzgeld zum Vorschein kommen sollte. Nun ja, diese Leute haben genuegend Mittel und Moeglichkeiten, ihre Schaefchen in Sicherheit zu bringen. Getroffen hat es vor allem die Armen, die kein Konto haben. Die Kleinhaendler und alle Leute, die mit kleinen Summen ihr Leben verdienen. Sie hatten ploetzlich kein Rueckgeld mehr. Die Kinderheime, das Frauenhaus, all die sozialen Einrichtungen, die fuer ihre Schuetzlinge Essen kaufen muessen, oft direkt beim Bauern, bei dem nicht mit Karte bezahlt werden kann. Trotz allem trug das indische Volk das Ganze mit Fassung und mit viel Erfindergeist, wie sie eben sind, die Leute, die jeden Tag gewohnt sind ums Leben zu kaempfen.

Ein Erlebnis hat mich ganz besonders beruehrt: Ich ging mit einer Kollegin zum Zahnarzt. Das Zaehneputzen ist hier ein wenig billiger als in der Schweiz, kostet 500 Rupien, eben ungefaehr 14 Euros. Wir hatten aber nur diese Noten, die jetzt offiziell nicht mehr genommen wurden. Nach der Behandlung rateburgerten wir, was wir nun tun sollten, mit der Karte bezahlen oder die letzten kleinen Noetchen zusammen grabschen, die wir ja anderswo unbedingt brauchten. Da stand ploetzlich wie aus dem Boden gewachsen eine Frau vor uns. Sie hatte unsere Konversation verstanden, auch wenn sie kein Deutsch sprach. Sie redete mich an: Ich bin Aerztin. Ich kann euch einen neuen 2000 Rupien-Schein geben. Gebt mir vier fuenfhunderter Noten. Ich kann wieder tauschen. Wir standen sprachlos und gluecklich da. Es stellte sich dann heraus, dass sie auch eine Bekannte von Beena war.

Aber als wir nun zahlen wollten, wehrte die Sekretaerin ab. Sie haette kein Rueckgeld. So nahm sie dann doch die 500er Note und wir hatten deren fuenfe weniger.
Noch und noch erlebten wir solche Situationen, in denen uns spontan geholfen wurde, manchmal auch von Unbekannten.

Wenn die Gruppen jeweils kommen, stolpern sie zuerst ueber jeden Muellhaufen. Da ist es schmutzig und dort ist es nicht sauber genug. Nach drei Wochen staunen sie ueber die grosse Gastfreundschaft, die Freundlichkeit und Hilfbereitschaft, die sie erfahren haben. Das ist der Unterschied zu Tourireisen.
Zum Thema Muell muss ich sagen, ja es liegt ueberall viel zu viel herum, obwohl mittlerweile sehr viel getan wird. Es gibt keine staatlich geregelte Muellabfuhr. Um so erstaunlicher sind die vielen kleinen privaten Initiativen und NGOs. Am Anfang, als ich nach Indien kam, gab es dies alles nicht. Wohin mit dem Muell, wenn es keine Muelleimer gibt? Trotz allem ist der pro Kopf-Muell sicher um einiges weniger als bei uns, wo einfach besser und diskreter entsorgt wird. Jedes Gemuese, das Obst und was weiss ich alles, das hier offen eingekauft wird, ist bei uns sorgfaeltig mit viel Verpackung umgeben, alles Rohstoffe, die dann im Muelleimer verschwinden, ohne dass man noch darueber nachdenken muesste. Ich wage zu behaupten, dass wir uns bis in 10 Jahren vielleicht wundern werden ob der Fortschritte im Recycling. Es gibt eine Menge sehr innovativer Forscher mit unglaublichen Ideen, nur dass sie weniger Geld haben als jene, die den Weltraum erforschen oder neue Waffen austuefteln. Dies soll ja nicht nur in Indien so sein…

Wir besuchten ein kleines, privates Altenheim, wo Vijay, ein verheirater Sozialarbeiter, angefangen hat, alte Leute , die niemanden haben, aufzustoebern und zu sich zu nehmen. Er ist der Bruder von Pater Peter, der die Strassenjungs betreut. Aber eigentlich arbeitet die ganze Famile, weitere Geschwister mit Familie, zusammen, um diesen alten Leuten einen schoenen Lebensabend zu bieten. Gleichzeitig unterstuetzen sie Peters Strassenjungen und Lisis Maedchen. Wer was hat, teilt es mit den andern.

Eine unserer Reiseteilnehmerinnen, die in einem Altenheim gearbeitet hat und sich dort noch ehrenamtlich engagiert, konnte es nicht fassen, wie diese alten Leute zufrieden sind, strahlen und so weit sie koennen, auch noch mithelfen. Eine Frau ist bettlaegerig, freut sich, wenn jemand vorbei kommt und singt vor sich hin.

Um dieses Altenheim finanzieren zu koennen, braucht es natuerlich viel Geld. Deshalb suchen Vijay und seine Frau Prema neue Verdienstmoeglichkeiten. Sie gibt AuslaenderInnen Kochkurse. Er moechte etwas mit Soft Tourismus machen. Wer eine individuelle Reise nach Mysore plant, koennte in dieser Familie eine sehr nette Unterkunft finden mit individueller Betreuung.

Mittlerweile bin ich daran die neuen Reisen auszuarbeiten und abzusprechen. 2017 werden es zwei sein: Eine alternative, nur fuer ehemalige Mitreisende, denn es wird aermer und waermer. Im September fahren zuerst nach Malur, oestlich von Bangalore in ein MSFS-Projekt fuer arme Frauen in den Doerfern und dann zu Asis kleinen Jungs. Anschliessend nach Hampi. Von dort nach Mysore in die Projekte, um zu sehen, was aus ihnen geworden ist und dann nach Ooti, 2000m ueber Meer. Dort ist es dann etwas kuehler.
Am ersten November-Sonntag 2017 beginnt die uebliche Reise zu den verschiedenen Projekten in Bangalore, nach Mysore und nach Cochin zu Beena Sebastian. Dieses Jahr moechte ich wenn moeglich noch ein Umweltprojekt miteinbeziehen.

Ich moechte darauf hinweisen, dass unsere Reisen keine Discounter-Reisen sind. Wir halten die Kosten absichtlich tief, damit Interessierte, die nicht so viel Geld haben, trotzdem mitkommen koennen. Wir haetten gerne Leute, die interessiert sind an Land und Leuten und ihnen auf Augenhoehe begegnen moechten. Wer gerne mehr bezahlen und damit die Pojekte unterstuetzen moechte, darf dies gerne tun. Es soll aber freiwillig geschehen. Viele Leute haben ihre Projekte auch schon. Das soll so bleiben. Margrit und ich arbeiten ehrenamtlich. Nur unsere Unkosten sollen gedeckt sein. Unsere indischen BegleiterInnen erhalten selbstverstaendlich Lohn. Wer sich interessiert, soll sich bitte melden. Die erste Gruppe wird sehr klein sein, die zweite soll wie ueblich mindestens 10 Personen, nicht mehr als 14 Personen umfassen. Wir reisen mit einem gemieteten Kleinbus, oft auch mit oeffentlichen Verkehrsmitteln, Zug, Busse, Faehren. Wir uebernachten nie in Hotels, sondern meistens in christlichen Bildungshaeusern und einige Naechte in einem Hindu Homestay mit Mehrbettzimmern.

Indien ist das religioeseste Land der Welt mit den unterschiedlichsten Religionen, die wir auch kennen lernen, inklusive Christentum, das seit dem ersten Jahrhundert in Kerala verwurzelt ist. Wer nach Indien reist und sich nicht fuer Religionen interessiert, gleicht einem Reisenden, der in die Schweiz faehrt, aber nichts von den Bergen wissen will.

Von den 10 Aufenthalten in Indien war dieser mit Abstand die strengste Zeit, eine Zeit, fuer die ich unendlich dankbar bin mit Erfahrungen, die mit nichts zu bezahlen sind. Es waren die Wochen mit Rajagopal und seiner Fau Jill. Ich hatte sogar das Privileg, bei ihnen zuhause eingeladen worden zu sein. Und ich hoffe, dass ich auch einiges dazu beitragen kann, dass der Jaijagat 2020 zustande kommt. http://www.jaijagat2020.org/global-march/


Ich kenne keinen Menschen, der die Gewaltfreiheit so konsequent lebt wie Rajagopal, der als junger Mann sich ganz bewusst in einem gewaltverseuchten Gebiet niedergelassen hat. Den ehemaligen Raeubern und Terroristen zu begegnen war fuer mich der absolute Hoehepunkt. Was der Glaube an das Gute im Menschen vermag… Dieser Glaube hat ganze Gebirge versetzt von Hass und Rache. Fuer Rajagopal ist immer die Versoehnung von beiden Seiten sehr wichtig. Immer wieder war Versoehnung Thema. Und wenn es im Kleinen moeglich war (5000 ehemalige Banditen sind allerdings keine Kleinigkeit), dann muesste es auch im Grossen moeglich sein, in Syrien, in der Ukraine, an so vielen Orten…
Selig die Friedensstifter… Was heisst Frieden? Lass mich in Frieden und ich lasse dich auch? Ich moechte nur meine Ruhe haben?! Ich kann auch keine Nachrichten mehr hoeren. Ich will in Frieden essen!!

Dieser Frieden wird mir in Europa wieder sehr schwer fallen, diese Luftblase der Behaglichkeit, in die wir uns im Westen zurueckgezogen haben.

Mehr denn je tuermen sich Fragen in meinem Herzen, die kaum jemand hoeren mag. Leider ist es auch nicht so, dass kirchliche Menschen sich besonders fuer das zentrale Thema Frieden interessieren. Papst Franziskus und der Vatikan im allgemeinen sind sehr stark in der Friedensdiplomatie engagiert, auch wenn dies an der Basis kaum angekommen ist und halt auch kaum in der Presse kommt. Es gibt zwei grosse katholische Friedensorganisationen, Pax Christi http://www.paxchristi.net/our-work/catholic-nonviolence-initiative und St. Egidio, die schon grosse Erfolge, auch an politischen Friedensschluessen vorzeigen koennen. Dies ist mir ein grosser Trost in unserer kriegsgeschuettelten Zeit mit den Massen an Fluechtlingen. Ich frage mich, was wir an Gesellschaft geworden sind, wenn ich an die Wahlen jenseits des grossen Teiches denke und auch an viele andere Laender rund um den Erdball. Die Schweizer Stimmbuerger haben sich zum Verbleib in der Nuklear-Energie ausgesprochen. Ein deutscher Bischof erhaelt Todesdrohungen, weil er in einem Interview gesagt hat, er koennte auch einen Muslimen als Bundespraesidenten sehen.

Was sind wir zu einer Stammtischspruchgesellschaft geworden!! Als Christen sind wir gerufen das Salz der Erde zu sein, nicht deren Sirup. Ich bin unendlich dankbar, so viele Menschen der verschiedensten Religionen zu kennen, die nicht aufgeben, oft auf sehr einsamen Posten wie mein schweiz-pakistanischer Bruder, dessen Schulen in Pakistan mittlerweile aus Sicherheitsgruenden geschlossen werden mussten. Das Frauenrechtsbuero und das Frauenhaus arbeiten weiter. Die Geschichten sind noch viel grausamer als bei Beena Sebastian.

Der Jaijagat 2020 soll viele dieser Menschen vereinen, andere zum Nachdenken anregen, zum sich selber auf den Weg machen Richtung Frieden und Menschlichkeit. Es soll ein Marsch der Voelker, nicht der Nationen werden!! Es soll ein grosser Sternmarsch von Delhi nach Genf werden. Hoffentlich wird es moeglich, durch die Krisenlaender zwischen Indien und Osteuropa zu wandern. Wer haette vor 30 Jahren gedacht, dass der eiserne Vorhang und die Berliner Mauer so bald fallen wuerden? Jetzt werden die Mauern wieder errichtet, zwischenmenschlich und politisch. Sie sollen und werden nicht ewig bestehen.

Was gibt mir die Kraft weiter zu machen? Sicher mein christlicher Glaube und die Freundschaft mit vielen, die auf dem gleichen Weg sind. Bald ist Weihnachten, das Fest des Friedensbringers, Friede auf Erden allen, die guten Willens sind. Um ehrlich zu sein, man wird mich auf keinem Weihnachtsmarkt sehen. Die suessen Krippen sind nicht mein Geschmack. Als ich selber noch Krippen gestaltet habe, ist das Kind in eine Hoehle gelgt worden, Stacheldraht ringsum, kaputte Flaschen am Boden, gebrauchte Spritzen waren da verstreut. Ich habe dafuer nicht nur Lob bekommen in unserer barocken Klosterkirche. Ich hatte aber auch viele Zeitungsausschnitte mit GUTEN Nachrichten ausgeschnitten und um die Krippe gelegt. Menschen konnten aufschreiben, was sie selber als befreiend und befriedend erlebt hatten. Die Leute, welche selber leere Flaschen in ihrem Alltag haben und benutzte Spritzen, sie hatten verstanden. Fuer sie war die Krippe auch gedacht, als kleiner Ort des Friedens und des Verstaendnisses.

Auch die Natur ist mir eine grosse Hilfe. Eine gute Freundin hat mir geschrieben, dass zuhause in meinem Garten der Lebensfreude, in dem moeglichst das ganze Jahr was bluehen soll, die Christrose fünf Knospen gemacht hat. Auch der Winterjasmin steht vor der Bluete. Ueberall, wo ich gewohnt habe, habe ich Winterjasmin gepflanzt, damit auch im Winter das Bluehen nicht ausgeht. Der Winterjasmin ist mein Weihnachtsbaum!! Und dann gibt es noch etwas, das meine Hoffnung taeglich staerkt: Die schwarzen Knospen an den kahlen Laub- und Obstbaeumen. Wir wissen nicht, wie hart der Winter wird noch wie lange er dauern wird, aber die schwarzen Knospen werden im Fruehling aufspringen und von neuem Leben kuenden. Sie sind auf Frucht hin angelegt. Die kahlen Baeume ueberleben den tiefsten Winter, weil sie voll inneren Lebens sind.

Die Weltgeschichte war schon immer bitter kalt und lebensfeindlich. Jesus Christus ist das Leben, auch wenn die Welt es bis heute nicht erkennen will.
Er ist das Licht in der Dunkelheit, und wer dem Licht nahe ist, kann eigentlich auch nur Licht ausstrahlen.
Bonhoeffer sagt: In allen Religionen sucht der Mensch Gott. Aber im Christentum sucht Gott den Menschen.

Am vierten Advent, falls es das Wetter zulaesst, werde ich meine Christrose und den Winterjasmin weihnaechtlich herrichten und mit Kerzen beleuchten. Eine grosse graue Kerze habe ich schon vor der Abreise besorgt. Ich verwende immer dunkle Kerzen, schwarz, blau oder andere graessliche Farben. AUCH DUNKLE KERZEN SPENDEN HELLES LICHT!!
Vielleicht werde ich einen Weihnachtsbaum pflanzen. Luther sagt: Wenn morgen die Welt untergeht, heute pflanze ich noch einen Baum. Lasst uns Weihnachtsbaeume pflanzen, ehe die Welt untergeht!!

In der Welt ist’s dunkel, leuchten sollen wir.
Du in Deiner Ecke, ich in meiner hier.
Vor etwas mehr als 55 Jahren hat eine Schulfreundin diesen Spruch in mein Kinderalbum geschrieben. Seither begleitet er mich.

Ich danke allen, die mich in diesem Jahr irgendwie unterstuetzt haben mit Gebet, Liebe, Hoffnung, Verstaendnis oder wie auch immer, angefangen mit allen hier in Indien, ueber Europa bis hin nach Amerika. Ich wuensche allen ein frohes , gesegnetes Fest der Menschwerdung.
Eure Schwester Myriam

Papstbotschaft: Gewaltfreiheit als Lebensstil
„Gewaltfreiheit – Stil einer Politik für den Frieden“: unter diesem Titel hat Papst Franziskus seine diesjährige Friedensbotschaft verfasst. Anlass ist der Weltfriedenstag am 1. Januar. Der Papst spricht darin Erscheinungsformen von Gewalt in der Welt an, den „schrecklichen stückweisen Weltkrieg“, wie er sagt: Kriege und Kriminalität, bewaffnete Übergriffe und Terrorismus, Menschenhandel und Vertreibungen sowie die Zerstörung der Umwelt. Zu den Missständen, die mit dem Phänomen verknüpft sind, zählt Franziskus auch die weltweite Zweckentfremdung von Ressourcen für  „militärische Zwecke“ statt sie für das Gemeinwohl einzusetzen. Gewalt mündet in Unterdrückung und neue Gewaltspiralen, hält Franziskus fest, sie taugt nicht für  die Zukunft des Planeten.
Hier mehr in Text und Ton: http://de.radiovaticana.va/news/2016/12/12/papstbotschaft_gewaltfreiheit_als_lebensstil/1277666

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