Geldwechsel und Hilfsbereitschaft

Für die Reise „von Mensch zu Mensch“ fliegt im 2016 eine Gruppe von 10 Personen nach Indien. Nach unserer Ankunft am Montag übernimmt ein freundlicher Mensch den Geldwechsel für uns alle und auch für das Gemeinschaftsbudget von Margrit. Am Abend sind wir zum Essen eingeladen. Pater Henrys Handy klingelt und er wird ziemlich nervös. Danach erfahren wir, dass die 500-Rupien-Noten ab Morgen Dienstag nicht mehr verwendet werden können und die Noten bei der Bank gewechselt werden müssen. Dies sei vermutlich eine Massnahme gegen Schwarzgeld. Hoppla. Heute morgen gewechselt und heute abend kommt diese Nachricht. Wir haben fast ausschliesslich 500er Noten (die ganze Gruppe ca. 2’000 500er Noten!). Margrit bleibt ruhig und meint, da finden wir schon eine Lösung. Und so kommt es auch. Wir erfahren eine grosse Hilfsbereitschaft. Oft ziehen die Läden und Restaurant es vor, die Noten trotzdem zu nehmen und dann selber zur Bank zum Wechseln zu gehen. Ist immer noch besser, als nichts zu verkaufen.

Kurz vor der Abreise nach Indien flattert bei mir eine Einladung zur Zahnreinigung ins Haus. Im Blog von Myriam lese ich, dass sie alle Zahnbehandlungen in Indien machen lässt. So entschliesse ich mich, die Zahnreinigung in Indien in der Zahnarzt-Praxis von Myriam machen zu lassen. Myriam begleitet mich per Rikscha hin. Gleich zu Beginn fragen wir, ob wir mit 500-Rupien-Noten bezahlen können. Nein, geht nicht. Mit Kreditkarte wär’s möglich. Wir warten ein paar Minuten. Da kommt eine Frau in schönem Sari auf uns zu. Sie habe gehört, dass wir Probleme mit der 500-Rupien-Note hätten. Sie würde uns für 4 x 500 Rupien eine 2’000er Note geben. Sie sei Ärztin und könne dann schon irgendwie wechseln. Wir sind total verblüfft, und klar, wir nehmen das nette Angebot gerne dankend an.

zahnaerztinnenNach der Behandlung möchte ich mit der 2’000er Note bezahlen. Die Behandlung kostet 500 Rupien, was etwa 7 Euro sind! (Bei uns in der Schweiz werden wir locker CHF 120.- los). Doch sie haben kein Wechselgeld. So sage ich: entweder die 2’000er oder 500-Rupien-Note. So nimmt die Assistentin die 500er Note. So konnte ich in kurzer Zeit 5 x 500 Rupien wechseln.

Beim Wechseln auf der Bank ist meistens eine lange Warteschlange. Banken erkennen wir jeweils an der ca. 30 Meter langen Schlange von Menschen, welche vor teilweise noch geschlossenen Banken anstehen. Und das dauert und dauert…  Die ersten paar Tage konnten pro mal 4’000 Rupien getauscht werden, danach nur noch 2’000, da das gedruckte Geld knapp wurde. Ein riesiger Aufwand für wenig Geld. Dazu muss ein Zettel ausgefüllt werden und eine Kopie des Passes wird angeheftet. Ab Neujahr muss jeder Inder ein Konto eröffnet haben, um die 500-Rupien-Noten zu wechseln. Ob das klappt?
Doch wir Reisenden können uns nicht beklagen. Wir haben so viel Entgegenkommen und Hilfsbereitschaft erlebt. Schlimmer ist es für die indische Bevölkerung. So viel Zeit mit Anstehen wird verplempert und 2’000 Rupien pro Tag sind nicht viel.

Eine tolle Reise ist zu Ende mit vielen schönen Eindrücken und Begegnungen. Es gäbe noch viel zu erzählen.
Noch lange wird diese Reise nachklingen.
Karin und Helen

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