Zurück in Vinayalaya

Liebe Leute,

endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Seit zwei Tagen bin ich nach Vinayalaya zurueckgekehrt, wo ich versuche, das viele Erlebte einigermassen in Worte zu fassen, um Euch mitzuTEILEN. Das Teilen, auch in Worten, ist mir sehr wichtig. Aber es ist auch sehr schwierig. Durch die Bilder kann zwar einiges, besonders die Farben, aber nicht die Toene, der Gesang, der Laerm, und schon gar nicht die Duefte, der Geruch oder manchmal auch der Gestank, uebermittelt werden. Es gehoert alles dazu, hier in Indien.

Provinzhaus

Vinayalaya ist das Provinzhaus der MSFS-Patres, wo ich so viel wie zuhause bin. Hier komme ich direkt vom Flughafen an, von hier aus werde ich zum Flughafen gebracht. Hier sind auch immer die Schweizergruppen untergebracht, so lange sie in Bangalore sind. Das Haus steht auf 930m ueber Meer. Die Schweizergruppen, zu denen durchaus Deutsche gehoeren koennen, sind hier schon Tradition. Es wird immer wieder davon gesprochen, manchmal werden auch Anekdoten zum Besten gegeben. Auf jeden Fall freut man sich jetzt schon auf die Novembergruppe. Eben ist eine kleine Gruppe von vier Personen wieder abgereist, alle schon mit Indienerfahrung und gewohnt, ein wenig alternativ zu reisen. Ihnen konnte ich auch Ecken zeigen, die nicht alle zu sehen bekommen, die sich auch nicht aufregen, wenn die Klimaanlage im muffigen Zimmer nicht geht, oder wenn mal alles wieder umgemodelt werden muss. Doch spaeter davon.

Die letzten Wochen hatten wir sehr viel Regenwetter. Die Menschen verstehen die Wetterkapriolen nicht mehr, sind aber gluecklich ueber den Regen, denn zwei Jahre lang war viel zu wenig Monsoon. Im allgemeinen ist man sehr froh ueber die Niederschlaege, die wirklich an vielen Orten auch Schlaege waren und viel zerstoert haben. In Tamil Nadu gibt es trotzdem immer noch Gebiete, wo es kaum geregnet hat. Kuerzlich hoerte ich einen Inder am Morgen sagen: Oh, die Sonne scheint mal wieder. Das hatte ich wirklich noch nie gehoert. Sonst ist eigentlich das Wetter kein Thema. Meistens scheint die Sonne, wenn nicht gerade Monsoon oder Smog ist.

Auch mal ein Blick in mein Zimmer soll Euch gewaehrt werden. Sieht fast aus wie zuhause. Und da ich nicht von der Informatik-Generation bin, hilft mir jeweils Bruder Sunil, der juengste im Haus, 22 Jahre jung, immer mit einem Lachen im Gesicht und voller Hilfsbereitschaft. Er kommt aus der Gegend, die wir mit der kleinen Gruppe bereisten und wusste eine Menge Sehenswuerdigkeiten, die Touristen nie zu sehen kriegen.

Zuhause wird dann Rainer wieder alles in den Blog setzen. Jetzt schon allen ein herzliches Danke schoen und danke auch allen, die mir schreiben, berichten was zuhause so laeuft und allen, die Interesse fuer meine Erfahrungen zeigen. Ich bin sehr gluecklich ueber diese Verbindungen mit Gleichgesinnten, die in ihrem Alltag, wo auch immer, mitten im Leben stehen und versuchen, da, wo sie sind, ihr Leben zu teilen und zu leben, was Gandhi uns raet:

„Be the change that you wish to see in the world.“

Mit herzlichen Gruessen, Eure Schwester Myriam

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