Archiv für den Monat Dezember 2017

Weihnachten ist, wenn …

Liebe Leute,
ich bin wieder gut in Duesseldorf gelandet und in Wethen angekommen. Ein Stueck Herz und viele liebe Menschen sind in Indien zurueckgeblieben mit ihrem taeglichen Kampf ums Ueberleben. Ein Stueck Indien ist in meinem Herzen nach Wethen gekommen, wo ich liebevoll erwartet wurde.

Was ist denn Weihnachten? Welchen Sinn macht die Geburt Jesu in meinem Leben?
Wenn ich im Dunkel der Zeit das Licht der Liebe, der Wertschätzung und des Friedens erfahre und auch weitergebe. Wenn ich in diesem Licht den Bruder oder die Schwester erkenne, das Antlitz Jesu entdecke, denn ER ist es IMMER. Mein Herz muss der Ort sein, in dem Jesus geboren werden will, selbst wenn dieses Herz manchmal aussieht wie ein Stall, in dem Ochs und Esel hausen. Hauptsache, die Türe steht offen für Hirten und Könige.

Vor fast 60 Jahren hat mir eine Schulkollegin ein Gedicht in mein Album geschrieben, das mich bis heute begleitet:

In der Welt ist’s dunkel, leuchten müssen wir.
Du in Deiner Ecke, ich in meiner hier.

Diese Worte haben mich mein Leben lang begleitet.

Weihnachten ist, wenn Vinayalaya festlich geschmückt wird.

Weihnachten wird, wenn unsere Krippenbaufachingenieure am Werkeln sind. Wieviele Menschen in Indien und anderswo würden sich glücklich schätzen, wenigstens soviel Platz zum Leben wie in dieser Krippe zu haben…

Weihnachten ist, wenn es in meinem Garten mitten im Winter blueht und alle, die es sehen, sich daran freuen. Der Winterjasmin lässt grüssen.

Weihnachten ist, wenn eine junge Mutter im Slum sich ueber ihr Kind freut.

Weihnachten ist, wenn in traurigen Kinderaugen das Licht aufscheint.

Weihnachten ist, wenn jene, die draussen wohnen…
Wollen wir sie ueberhaupt? Auch in Deutschland nimmt die Obdachlosigkeit zu. Der junge Klosterbruder konnte es kaum fassen, als ich ihm davon erzaehlte.. Auch die Hirten haben draussen gewohnt, waren als Gesindel verschrien…, aber dann kamen Engel…

Weihnachten ist, wenn Menschen verschiedener Kulturen, Generationen und Sprachen sich verstehen und miteinander feiern.

Weihnachten ist, wenn Frauen, die ein sehr schweres Leben hinter sich haben, so offen und mit Freude auf die Fremden zugehen koennen…

Im Frauenhaus von Beena Sebastian wird es diese Weihnacht keine Bescherung geben. Ihre Aufklärungskampagne in den Schulen, bei der Polizei und an vielen andern Orten über Missbrauch, Gewalt in den Familien, Kinderarbeit, etc. trägt dermassen Früchte, dass immer mehr Frauen und junge Mädchen ihr Schweigen brechen und in die Schutzhäuser flüchten. Doch die staatlichen Stellen leisten keine finanzielle Hilfe. Das Geld reicht kaum mehr für die nötigsten Dinge. Das Essen muss auf Kredit eingekauft werden. Aber sie werden feiern, singen und tanzen, denn es ist Weihnachten.
Vielleicht kommt irgendwo ein Lichtlein her…

Weihnachten war, als die Daliths, die Ureinwohner Indiens, ein Volk, das jahrhundertelang diskriminiert und verachtet wurde, ‚unberuehrbar‘ war, Freude und Wuerde ausstrahlen und gelernt haben, das eigene Geschick in die Hand zu nehmen.

Sie freuten sich ueber die Leute aus Europa, die ihnen Wertschaetzung erwiesen und die ploetzlich merkten, welch reiche Kultur sie hier finden,

wieviel Gastfreundschaft, Herzensfreude und Zufriedenheit die Menschen erfuellt und auf uns ueberging.

Traenen flossen. Zusammen pflanzten wir einen Friedensbaum. Friede auf Erden allen Menschen, die sich Frieden wuenschen!!

Ich wuensche allen eine erfuellte, freudenreiche Weihnachtszeit, das ganze Neue Jahr hindurch.

Eure Schwester Myriam

Weihnachtssternhecke im Bergdorf Kutta, an der Grenze zu Kerala

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Indien von Mensch zu Mensch 2018, vom 04. bis 24. November

Wer kommt mit zur 10. Rundreise „Indien von Mensch zu Mensch“?

Wir sind keine Touristengruppe, sondern wollen dem indischen Menschen begegnen, wie er leibt und lebt. Wir kommen, um zu lernen, mehr ueber den Alltag der indischen Menschen zu erfahren und uns Gedanken zu machen, was dies uns in unserm Alltag im uebersaettigten Europa angeht. Wir besuchen einen Ashram, in dem Dalits (Ureinwohner) Wuerde und Recht finden. Wir verbringen drei Tage im Roshini-Projekt, wo wir erleben, wie Maedchen von der Strasse oder sehr schwierigen Verhaeltnissen zu frohen jungen Menschen heranwachsen. Wir verbringen einen Tag mit Beena Sebastian, die sich ihr Leben lang fuer Frauenrechte und Friedensprojekte eingesetzt hat. Am Abend essen wir im Frauenhaus. Wir erholen uns im Urwald und im Cherai Beach Ressort, wo wir uns eine Ayurveda-Massage goennen. Wir sind offen, was der Augenblick uns bringt, und der indische Alltag bringt eine Menge Ueberraschungen. Oft benutzen wir oeffentliche Verkehrmittel.

Indien ist das religioeseste Land der Welt. Wir kommen in Kontakt mit sieben verschiedenen Weltreligionen, inklusive das Christentum mit seinen unzaehligen sozialen Projekten. In Indien gibt es Christen seit dem ersten Jahrhundert. Wir erfahren das Wohlwollen von Muslimen, besichtigen heilige Staetten der Hindus und Jains, lernen den tibetischen Buddhismus kennen, uebernachten in einem Ashram von Dalits, die einer Naturreligion angehoeren und besuchen die alte Synagoge in Mattamcherry. Indien hat eine sehr positive Geschichte mit den Juden.

Bewusst halten wir die Preise tief, damit auch Menschen mit kleinerem Budget, aber viel Interesse mitkommen koennen. Wir sind keine Discounterreise! Auch keine Bettelreise. Wer spenden will, soll dies aus eigener innerer Ueberzeugung machen.

Immer begleiten uns Einheimische oder MitarbeiterInnen aus den Projekten. Diese Reise findet zum 10. Mal statt. Mittlerweile waren etwa 120 TeilnehmerInnen mit uns unterwegs, von denen viele mehrmals dabei waren.

Reiseplan

So, 4. Nov. Abflug in Zuerich oder in Deutschland.

Mo, 5. Nov. Ankunf in Bangalore, Transfer nach Vinayalaya, dem Gaestehaus der MSFS Patres (Missionnare des hl. Franz von Sales)

Vinayalaya,das gastfreundliche Haus der MSFS Patres, wo wir unsere ersten Tage verbringen und sich der Kreis wieder schliesst

Am Nachmittag erstes Beschnuppern der Umgebung. Zwei Uebernachtungen in Ein- und Zweibettzimmern.

Di, 6. Nov. Spaziergang zum ISCON-Tempel, ein Tempel der hinduistischen Hare Krishna-Bewegung. Moeglichkeit indische Kleidung zu kaufen. Nachmittag in Bangalore

Mi, 7. Nov. Fahrt mit dem Kleinbus zum Booshakthi Kendra Ashram, wo wir die Freuden, Sorgen und Noete der Dalits kennenlernen. Uebernachtung in Ein- und Zweibettzimmern

Der Booshakthi Kendra Ashram, eine Anlaufstelle fuer Dalits

Do, 8. Nov. Abfahrt mit dem Kleinbus am Vormittag nach Mysore. Unterwegs besuchen wir das Hindustaedtchen Melakote und wandern dort auf einem Pilgerweg. Je nach Zeit Besuch von Tempeln.

Am Abend Ankunft im Roshini Kinderprojekt von Mysore. Unterkunft im Projekt selber in Mehrbettzimmern. 4 Uebernachtungen.

Das Haus des Roshini-Projektes fuer ehemalige Strassenmaedchen

Fr, 9. Nov. Besuch des Palastes von Mysore, Weltkulturerbe, Gang durch die verschiedenen Basare und Maerkte. Mysore ist Seiden- und Parfuemstadt.

Sa, 10. Nov. Schul- und Slumbesuch vom Roshini-Projekt, Besuch in einem privaten Altenheim, wo voellig mittellose Menschen aufgenommen werden.

So, 11. Nov. Katholische Sonntagsmesse fuer alle, die wollen. Besuch der Kathedrale, Gang durch die Geschaeftsstrassen. Am Nachmittag Kaffee trinken bei einer muslimischen Famile oder Ausgang nach Wunsch oder mit den Kindern spielen… oder….

Mo, 12. Nov. Fahrt nach Bylakoppe, einer tibetischen Kolonie. Gegen Abend Fahrt durch den Urwald nach Kutta, ein Staedtchen zwischen Urwald und Kaffeeplantagen. Erholungstage in der Natur. 3 Uebernachtungen in Mehrbettzimmern.

Do, 15. Nov. Fahrt mit dem Kleinbus nach Kannur, wo wir in den Zug nach Ernakulam steigen. Uebernachtung im POC Center in Einbett- und Zweibettzimmern. (Einbettzimmer mit Aufschlag)

Fr, 16. Nov. Projekttag mit Beena Sebastian, Gruenderin der Cultural Academy for Peace und letzte Hoffnung fuer missbrauchte und gequaelte Frauen.

Beena Sebastian

Sa, 17. Nov. Erholung auf den Kanaelen und Fluessen Keralas.

So, 18. Nov. Mit der Faehre fahren wir zum alten Kochi hinaus. Unsere muslimischen Freunde und Rikshawdriver zeigen uns verschiedene interessante Ecken und bringen uns an einen einsamen Strand.

Mo, 19. Nov. Wir besuchen die juedische Stadt mit der alten Synagoge und bei genuegend Zeit auch den alten Markt in Ernakulam. Gegen Abend holt uns der Kleinbus ab nach Cherai Beach. 2 Uebernachtungen in Zweier- und Einzelzimmern (Aufschlag).

Di, 20. Nov. Tag am Meer. Wer will, kann sich zu einer Ayurveda-Massage anmelden.

Mi, 21. Nov. Wir bleiben in Cherai Beach bis nach dem Mittagessen. Im Verlaufe des Nachmittags holt uns der Kleinbus ab nach Ernakulam. Fruehes Abendessen bei Beena Sebastian. Beena wird uns nachher zum Bahnhof begleiten. Nachtfahrt mit dem Zug nach

Do, 22. Nov. Bangalore. Der Kreis schliesst sich. Am Nachmittag fahren wir zum Priesterseminar der MSFS Patres. Abendmesse mit indischer Liturgie und Abendessen mit den Seminaristen. 2 Uebernachtungen in unseren schon gewohnten Zimmern in Vinayalaya.

Fr. 23. Nov. Bangalore, Wunschtag, Abschied nehmen, Candellightdinner

Sa, 24. Nov. Rueckflug

Wie die Erfahrung zeigt, wird es immer wieder Aenderungen, Improvisationen und Anpassungen geben. Die hauptsaechlichen Punkte werden aber alle drankommen.

Preis der Reise: 1280 Schweizer Franken fuer die drei Wochen, alles inbegriffen; plus Flug, ca 700 bis 800 Euros ab Deutschland, ab Zuerich zwischen 800 und 1000 SFr. Der Flug wird Anfang Maerz gebucht und sollte dann auch bezahlt werden. Das Reisegeld fuer die 3 Wochen wird direkt am Anreisetag in Bangalore eingezogen. Der Betrag kann ohne weiteres in Euros bezahlt werden.

Leider ist das Visum sehr teuer geworden, in Deutschland um die 200 Euros, in der Schweiz um die 200 Sfr.

Die Anmeldung muss bis Mitte Februar definitiv sein. Der Flug wird ca. Ende Februar gebucht.

Die Reisegruppen umfassen ca. 14 TeilnehmerInnen, Anmeldung nach Reihenfolge. Je nach TeilnehmerInnen aus der Schweiz und Deutschland finden lokale Infotreffen statt, die fuer Angemeldete obligatorisch sind. In der Schweiz ist Margrit Germann die Ansprechsperson, in Deutschland Schwester Myriam. Fuer weitere Fragen und Orientierungshilfen stehen wir zur Verfuegung.

Im Blog schwestermyriam.wordpress.com wird regelmaessig ueber die Projekte und Erfahrungen berichtet. Schwester Myriam weilt jedes Jahr ungefaehr drei Monate in Indien.