Ein wunderschöner Tag

Unser kleines Dorf Wethen hat 425 Einwohner. Zur Gemeinschaft gehören ungefähr 50, die alle zugezogen sind, viele vor Jahrzehnten. Die letzten Jahre kamen auch Flüchtlinge, die sich gut integrierten.

Am 1. August luden wir beiden Schweizerinnen zu unserem Nationalfeiertag ein. Meine Kollegin als auch ich haben sehr schöne Kindheitserinnerungen an diese Tage in der Schweiz, deshalb wollen wir unsere Freude auch hier teilen. Fast jedes Jahr feiern wir ein Fest.

Dieses Jahr war es fast so was wie ein globales Fest. Viele Menschen verschiedenster Nationalitäten haben sich hier niedergelassen und feierten mit: Deutsche und SchweizerInnen, aber auch jemand aus Holland, Frankreich, Brasilien, Syrien, Moldavien. Wir waren eine grosse Familie, ein Stück Weltfrieden. Besonders schön war es mit den Kindern. Sie haben keine Probleme mit den Nationen. Ob Deutschland, Moldavien, Syrien, Brasilien oder auch China die Herkunftsländer sind – alles kein Thema.

Da fällt mir das Jesus-Wort ein: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder… Hoffentlich werden sie eines Tages als Erwachsene in einer friedlicheren und vor allem gerechteren Welt leben. Wir Erwachsenen dürfen uns sicher auch freuen, dass wir hier alle eine Heimat gefunden haben.

Am 1. August war auch der Erdüberlastungstag. So früh wie noch nie zuvor sind in diesem Jahr bereits alle Resourcen aufgebraucht, die in diesem Jahr noch nachwachsen können. Viele von uns versuchen dieser Realität ins Auge zu blicken. Da können wir mit Luther sagen: Wenn morgen die Welt untergeht, heute noch pflanzen wir einen Baum!

Wenn die Welt ein Dorf wäre …

So sieht Ungerechtigkeit in der Realität aus
* 60 Asiaten
* 14 Afrikaner
* 11 Europäer
* 14 Amerikaner (Nord u. Süd)
* 1 Ozeanier

* 52 wären Frauen
* 48 wären Männer

* 70 Nicht-Weiße
* 30 Weiße

* 70 Nicht-Christen
* 30 Christen

* 89 Heterosexuelle
* 11 homosexuelle

6 Personen würden 59% des gesamten Weltreichtums besitzen
und alle 6 Personen kämen aus den USA .

80 hätten keine ausreichenden Wohnverhältnisse
70 wären Analphabeten
50 wären unterernährt
1 würde sterben
2 würden geboren
1 hätte einen PC
1 hätte einen akademischen Abschluss

Wenn man die Welt aus dieser Sicht betrachtet, wird jedem klar, dass das Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, Verständnis, Akzeptanz und Bildung notwendig ist.

Falls Du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist Du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden.

Falls Du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten oder Hunger gespürt hast – dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt.

Falls Du in die Kirche gehen kannst, ohne die Angst, dass Dir gedroht wird, dass man Dich verhaftet oder Dich umbringt – bist Du glücklicher als 3 Milliarden Menschen der Welt.
68 Millionen Menschen sind auf der Flucht, mehr als je zuvor.
Jedes 6. Kind lebt im Krieg, 360 Millionen.
In Indien begehen im Jahr12000 Bauern Suizid.

Falls sich in Deinem Kühlschrank Essen befindet, Du angezogen bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum Hinlegen – bist Du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt.

Falls Du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie oder etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel – gehörst Du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.

(von einem unbekannten Verfasser)

 

Am 30. August fliege ich das 12. Mal nach Indien. Das Dutzend wird voll! Es ist nicht immer leicht, der Realität ins Auge zu blicken, der Realität der Entrechteten und Arm(gemacht)en. Noch schwieriger ist es für mich, unsere Verschwendung, unsere Ansprüche, unser Nicht-Sehen-wollen auszuhalten. Aber ich habe auch unendlich viele Menschen kennen gelernt, denen der Nächste nicht egal ist. Wenn die Medien doch nur voll wären mit Geschichten dieser Menschen. Und noch was hat sich mir in all den Jahren eingeprägt: Reiche Menschen sind nicht unbedingt glücklichere oder zufriedenere Menschen.

Ja, es ist ein Luxus jedes Jahr drei Monate nach Indien zu fliegen. Es ist ein Luxus auch dort all die vielen Freunde zu haben und es ist ein Luxus, meine Zeit zu teilen und meine Fähigkeiten einzusetzen, andern zum Segen zu werden. Ich freue mich auf Indien. Danke allen, die mich in Gedanken und Gebeten begleiten werden und mir auch mal ein Grusswort senden.
Eure Schwester Myriam

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